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Ein hektischer Kinderwunschmontag

Es war ein hektischer Montag, als ich um 16:00 Uhr zu einem Zoom-Meeting hetzte. Schnell Computer aufdrehen, Kamera montieren, tief durchatmen. Ich traf mich mit einer Kinderwunschfrau. Dies ist jedes Mal aufs Neue eine spannende Situation. Eine Frau zu treffen, von der man vorher nichts weiß, die man nicht kennt und die mich im Gespräch an ihrer Kinderwunschreise teilhaben lässt. Jedesmal fühle ich so sehr mit den Frauen, mit ihren Sorgen, mit ihren Ängsten und mit ihren Problemen.


Die Frau, mit der ich mich traf, ist 40 Jahre alt und lebt in Deutschland.

Schon zu Beginn des Gesprächs füllten sich ihre Augen mit Tränen, als sie mir von ihrem jahrelangen Kinderwunsch erzählte. Sie und ihr Mann hatten bereits unzählige medizinische Behandlungen hinter sich, ohne Erfolg. Jeder Monat, der verging, schien ihre Hoffnung weiter zu zermürben. Sie fühlte sich traurig und hoffnungslos.


"Ich weiß einfach nicht mehr weiter", schluchzte sie. "Es ist, als ob mein Körper und das Universum gegen mich arbeiten."

Ich spürte, wie tief ihre Verzweiflung reichte. Ich ermutigte sie, sich auszusprechen, all ihre Sorgen und Ängste zu teilen.


So begann unsere Reise, die auf ihre eigene Weise einzigartig war. Die Unterstützung und der Austausch mit anderen Menschen, die den gleichen Schmerz und die gleichen Hoffnungen teilten, halfen dieser Frau, ihre Traurigkeit zu überwinden. Sie begann, sich nicht mehr so allein zu fühlen, und gemeinsam fanden wir Wege, wie sie die Kontrolle über ihr Leben und ihren Kinderwunsch zurückgewinnen konnte. Wir deckten Ursachen auf ihrem Weg auf, an die sie niemals als Grund für ihren unerfüllten Kinderwunsch dachte.


Wir begleiteten dabei auch die Ängste und Sorgen ihres Partners, der sich aufgrund seiner Erfahrungen mit seinem Vater nur schwer auf ein Baby einlassen konnte.

Wir lernten, wie wichtig es war, nicht nur den Körper, zu stärken sondern auch die Seele zu heilen.


Die Frau erkannte immer mehr, dass der Weg zum ersehnten Kind nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale und und manchmal auch eine spirituelle Reise war. Und selbst wenn es am Ende anders kommen sollte, als sie es sich vorgestellt hatte, war sie bereit, diese Herausforderungen anzunehmen.


Heute, einige Monate später, ist diese Frau immer noch auf ihrer Kinderwunschreise. Aber sie geht diesen Weg mit einer inneren Stärke und Zuversicht, die ich ehrlich bewundere. Natürlich gibt es nach wie vor schlechtere Tage und schwierige Zeiten, aber diese Kinderwunschfrau hat gelernt, wie sie aus solchen Phasen gestärkt hervorgehen kann, welche Ressourcen ihr zu Verfügung stehen und wie sie Schritt für Schritt diesen Weg gehen kann. Ihre Geschichte zeigt, dass die Kinderwunschbegleitung nicht nur medizinische Eingriffe umfasst, sondern auch die Unterstützung einer Community (Stichwort Frauenpower), die Verbindung von Körper und Seele und die Bereitschaft, einen inneren Transformationsprozess zu durchlaufen, der weit über den Kinderwunsch hinausgeht.



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